Und noch eine Weihnachtsgeschichte oder – Herr Schmidt

Lara war eiweihnachtsbaumn besonderes Mädchen. Ihre Besonderheit zeigte sich jedoch nicht in einem grünen Haarschopf oder darin, dass sie die Zahl Pi von der 1000sten Nachkommastelle an rückwärts aufsagen konnte. Lara war auch nicht besonders groß oder besonders klein, besonders gut oder besonders schlecht in der Schule. Das Außergewöhnliche an ihr war ganz schlicht und einfach, dass sie wohl das einzige Kind in der näheren und weiteren Umgebung war, das Weihnachten nicht mochte. Dabei hasste sie Weihnachten nicht so wie der Grinch, sie hätte nur einfach gut und gerne darauf verzichten können. Zum einen langweilte Lara sich an den Feiertagen schnell. Da musste sie die ganzen Weihnachtstage ohne ihre Freunde mit ihrer Familie verbringen. Dabei verzog sich ihr großer Bruder die meiste Zeit in seinem Zimmer, hörte laut Musik oder telefonierte mit seiner Freundin und ihre Eltern – die stritten meist vom Aufstellen des Weihnachtsbaums bis alle zusammen am zweiten Feiertag die Großeltern besuchten und man sich Mühe gab, wieder einen fröhlichen Eindruck zu machen. Der einzige Wunsch, den Lara jedes Jahr auf ihrem Wunschzettel notierte – ein Hund – ging ohnehin niemals in Erfüllung, da ihre Eltern strikt gegen Haustiere waren. Und dann musste Lara alle Jahre wieder mit ihrem Kinderchor und der Ballettgruppe zahllose Auftritte in den Altenheimen und Seniorenresidenzen der Stadt absolvieren um dort die alten Herrschaften zu unterhalten. Lara fragte sich, ob das für die Alten wirklich so unterhaltsam war, wenn ein Haufen Kinder schief sang und durcheinandertanzte. Weiterlesen