Der Weihnachtsstreik

Für mein großes Winterkind…

Der Weihnachtsmann ist stets auf Pünktlichkeit bedacht. Wenn man alle Jahre wieder an einem ganz bestimmten Tag Geschenke an tausende Kinder ausliefern muss, dann erfordert das eben ein besonderes organisatorisches Geschick. Denn stellt euch vor, das ein oder andere Geschenk würde erst zu Silvester den Weg zu seinem Besitzer finden. Die Familie wartet auf das Feuerwerk, da rumpelt es im Kamin. Herausgestolpert kommt ein abgehetzter Weihnachtsmann und schaut in verdutzte Gesichter. Vorbei wäre es mit dem Weihnachtszauber.

Auch eine zu früh erfolgte Lieferung mag man sich kaum ausdenken. Da wäre vielleicht noch gar kein Weihnachtsbaum aufgebaut unter dem die Päckchen und Pakete abgelegt werden können.

Der Weihnachtsmann ist also sehr darauf bedacht, dass jedes Jahr alles wie gewohnt und zur rechten Zeit abläuft. Zwei Tage vor dem heiligen Abend müssen die letzten Geschenke in der Weihnachtswichtelwerkstatt – in Fachkreisen nur kurz WWW genannt – fertiggestellt und verpackt worden sein. Am Tag vor Heiligabend fährt der Weihnachtsmann seinen großen Schlitten vor die Werkstatt und die Wichtel beginnen, die sorgfältig verpackten Geschenke aufzuladen. Dann werden die Rentiere mit dem speziellen Weihnachtskraftfutter gefüttert (eine wichtige Geheimzutat sind dabei Spekulatius), damit sie gerüstet sind für die lange Fahrt. Der Weihnachtsmann macht noch ein paar Dehnübungen, damit er bereit ist, durch Schornsteine jedweder Größe zu rutschen und dann geht es los.

Doch da gab es dieses eine Weihnachtsfest, das der Weihnachtsmann wohl nie vergessen wird. Und der Weihnachtsmann hat schon unglaublich viele Weihnachtsfeste erlebt.

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Die Raketensocken

Tante Cleo war Minas Lieblingstante. Und Professorin für Archäologie. Wenn Tante Cleo nicht gerade an der Universität den Studenten etwas beibrachte, reiste sie in der Weltgeschichte herum. Sie flog in mehr oder weniger ferne Länder, um dort mit einem winzigen Pinsel ganze Dörfer freizulegen, die im Laufe von Jahrhunderten unter vielen Erdschichten verschwunden waren. Manchmal grub sie auch nur ein paar winzige Tonscherben aus, die dann in einem Museum ausgestellt wurden. Ob Dorf oder winzige Tonscherbe, Tante Cleo erzählten die Dinge, die sie auf ihren Grabungen entdeckte, immer eine Geschichte. Und auch Tante Cleo selbst steckte voller Geschichten. Manche waren wahr, andere dachte sie sich aus. Weiterlesen

Weihnachtshasen

Herr und Frau Hase hatten es sich in ihrem Bau gemütlich gemacht. Während draußen ein eisiger Wind wehte und es einfach nicht aufhören wollte zu schneien, saßen sie bei einem Tässchen Löwenzahntee in ihren Sesseln am Kamin und besprachen schon einmal das Design für die Ostereier im nächsten Frühjahr. „Ich finde ja große rote Punkte sehr schön“, meinte Herr Hase. „Aber die sind viel zu auffällig!“, rief Frau Hase entsetzt. „Eier mit großen roten Punkten finden die Kinder doch sofort im grünen Gras. Da geht der ganze Spaß verloren. Wie wäre es mit zarten gelben Streifen?“ Doch bevor Herr Hase etwas erwidern konnte, ertönte plötzlich ein heftiges Klopfen an der Tür zum Hasenbau. Weiterlesen

Die Knusperhexe

warelius-und-die-knusperhexeDer Zauberer Warelius schnaubte. Er hatte einen langen Weg hinter sich. Über den Wolkenbrecher, den höchsten Berg der Himmelshöhen, hatte er wandern müssen, das Düstere Tal hatte er durchquert und mit der Wichtelfähre über den Weiten Fluss übergesetzt – und ihr könnt Euch denken, dass die Wichtelfähre für einen 758 jährigen Zauberer von großer Statur nicht unbedingt die bequemste Art der Fortbewegung ist. Endlich war er im Verwunschenen Wald angelangt und eigentlich wäre es nur noch ein Katzensprung bis zum Haus seiner guten alten Freundin gewesen, doch dann hatte er sich von einem Wolf, den er nach dem Weg fragte, vom direkten Weg abbringen lassen. Weiterlesen