Der Hirte im Mond

Seit Menschengedenken ist der Mond Inspiration für die schönsten Sagen, Mythen und Legenden. Der Mond lässt uns träumen. Darum gehören auf einen Geschichtenblog natürlich auch ein paar Mondgeschichten. Während um uns Coronachaos herrscht, entführe ich Euch auf kleine Gedankenreisen in die Erdumlaufbahn und widme die nächsten Posts Frau Luna.

Den Auftakt macht meine Nacherzählung einer rumänischen Sage, die davon berichtet, wie ein Schafhirte auf den Mond fand. Weiterlesen

Der Weihnachtsstreik

Für mein großes Winterkind…

Der Weihnachtsmann ist stets auf Pünktlichkeit bedacht. Wenn man alle Jahre wieder an einem ganz bestimmten Tag Geschenke an tausende Kinder ausliefern muss, dann erfordert das eben ein besonderes organisatorisches Geschick. Denn stellt euch vor, das ein oder andere Geschenk würde erst zu Silvester den Weg zu seinem Besitzer finden. Die Familie wartet auf das Feuerwerk, da rumpelt es im Kamin. Herausgestolpert kommt ein abgehetzter Weihnachtsmann und schaut in verdutzte Gesichter. Vorbei wäre es mit dem Weihnachtszauber.

Auch eine zu früh erfolgte Lieferung mag man sich kaum ausdenken. Da wäre vielleicht noch gar kein Weihnachtsbaum aufgebaut unter dem die Päckchen und Pakete abgelegt werden können.

Der Weihnachtsmann ist also sehr darauf bedacht, dass jedes Jahr alles wie gewohnt und zur rechten Zeit abläuft. Zwei Tage vor dem heiligen Abend müssen die letzten Geschenke in der Weihnachtswichtelwerkstatt – in Fachkreisen nur kurz WWW genannt – fertiggestellt und verpackt worden sein. Am Tag vor Heiligabend fährt der Weihnachtsmann seinen großen Schlitten vor die Werkstatt und die Wichtel beginnen, die sorgfältig verpackten Geschenke aufzuladen. Dann werden die Rentiere mit dem speziellen Weihnachtskraftfutter gefüttert (eine wichtige Geheimzutat sind dabei Spekulatius), damit sie gerüstet sind für die lange Fahrt. Der Weihnachtsmann macht noch ein paar Dehnübungen, damit er bereit ist, durch Schornsteine jedweder Größe zu rutschen und dann geht es los.

Doch da gab es dieses eine Weihnachtsfest, das der Weihnachtsmann wohl nie vergessen wird. Und der Weihnachtsmann hat schon unglaublich viele Weihnachtsfeste erlebt.

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Die Raketensocken

Tante Cleo war Minas Lieblingstante. Und Professorin für Archäologie. Wenn Tante Cleo nicht gerade an der Universität den Studenten etwas beibrachte, reiste sie in der Weltgeschichte herum. Sie flog in mehr oder weniger ferne Länder, um dort mit einem winzigen Pinsel ganze Dörfer freizulegen, die im Laufe von Jahrhunderten unter vielen Erdschichten verschwunden waren. Manchmal grub sie auch nur ein paar winzige Tonscherben aus, die dann in einem Museum ausgestellt wurden. Ob Dorf oder winzige Tonscherbe, Tante Cleo erzählten die Dinge, die sie auf ihren Grabungen entdeckte, immer eine Geschichte. Und auch Tante Cleo selbst steckte voller Geschichten. Manche waren wahr, andere dachte sie sich aus. Weiterlesen

Der Hase im Mond

Ostern steht vor der Tür und zu Ostern gehört der Hase wie das Hemd zum Kragen. Und weil Hasen so sympathische Tiere sind und nicht nur in der Ostertradition eine wichtige Rolle spielen, sollen hier auf dem Kindergeschichtenblog im März die Langohren die Hauptrolle übernehmen. Den Auftakt hierfür machte vor ein paar Tagen das Interview mit Herrn Hase. In den kommenden zwei Wochen folgen ausgesuchte Hasengeschichten. Allerdings gibt es so viele Geschichten, Sagen und Legenden mit und über Hasen, dass die Auswahl schwerfällt. Allen bekannt sind wohl Klassiker wie Der Hase und der Igel, doch ich möchte ein paar unbekanntere Erzählungen vorstellen. Darum habe ich mich gefragt, was man sich in anderen Kulturkreisen über Meister Lampe erzählt. Dabei bin ich unter anderem auf die Geschichte vom Hasen im Mond gestoßen, eine Legende, die in Asien und auch in Mittelamerika verbreitet ist und in vielen immer leicht abgewandelten Versionen existiert. Weiterlesen

Weihnachtshasen

Herr und Frau Hase hatten es sich in ihrem Bau gemütlich gemacht. Während draußen ein eisiger Wind wehte und es einfach nicht aufhören wollte zu schneien, saßen sie bei einem Tässchen Löwenzahntee in ihren Sesseln am Kamin und besprachen schon einmal das Design für die Ostereier im nächsten Frühjahr. „Ich finde ja große rote Punkte sehr schön“, meinte Herr Hase. „Aber die sind viel zu auffällig!“, rief Frau Hase entsetzt. „Eier mit großen roten Punkten finden die Kinder doch sofort im grünen Gras. Da geht der ganze Spaß verloren. Wie wäre es mit zarten gelben Streifen?“ Doch bevor Herr Hase etwas erwidern konnte, ertönte plötzlich ein heftiges Klopfen an der Tür zum Hasenbau. Weiterlesen

Eine Buchstabengeschichte

kleines bEs war ein ruhiger Sonntag im Buchstabenhaus. Das große A saß gemütlich in seinem Ohrensessel und schmökerte in einem Buch. Das kleine q und das kleine r spielten verstecken. Das große O briet ein paar Frühstückseier und das große B lag faul in der Hängematte. Alles war also in schönster Ordnung. Doch plötzlich wurde die Tür zum Wohnzimmer so schwungvoll und lautstark aufgestoßen, dass das große B beinahe aus der Hängematte gepurzelt wäre. Das kleine b kam hereingestürmt und verkündete: „Ich ziehe aus!“ Das große A warf dem kleinen b nur einen missbilligenden Blick über den Rand seiner Lesebrille hinweg zu, schüttelte den Kopf und widmete sich dann wieder seiner Lektüre. Das große B richtete sich – so gut es ging – in seiner Hängematte auf. „W-was?“, stotterte es. „Du hast richtig gehört“, sagte das kleine b. „Ich ziehe aus! Weiterlesen

Und noch eine Weihnachtsgeschichte oder – Herr Schmidt

Lara war eiweihnachtsbaumn besonderes Mädchen. Ihre Besonderheit zeigte sich jedoch nicht in einem grünen Haarschopf oder darin, dass sie die Zahl Pi von der 1000sten Nachkommastelle an rückwärts aufsagen konnte. Lara war auch nicht besonders groß oder besonders klein, besonders gut oder besonders schlecht in der Schule. Das Außergewöhnliche an ihr war ganz schlicht und einfach, dass sie wohl das einzige Kind in der näheren und weiteren Umgebung war, das Weihnachten nicht mochte. Dabei hasste sie Weihnachten nicht so wie der Grinch, sie hätte nur einfach gut und gerne darauf verzichten können. Zum einen langweilte Lara sich an den Feiertagen schnell. Da musste sie die ganzen Weihnachtstage ohne ihre Freunde mit ihrer Familie verbringen. Dabei verzog sich ihr großer Bruder die meiste Zeit in seinem Zimmer, hörte laut Musik oder telefonierte mit seiner Freundin und ihre Eltern – die stritten meist vom Aufstellen des Weihnachtsbaums bis alle zusammen am zweiten Feiertag die Großeltern besuchten und man sich Mühe gab, wieder einen fröhlichen Eindruck zu machen. Der einzige Wunsch, den Lara jedes Jahr auf ihrem Wunschzettel notierte – ein Hund – ging ohnehin niemals in Erfüllung, da ihre Eltern strikt gegen Haustiere waren. Und dann musste Lara alle Jahre wieder mit ihrem Kinderchor und der Ballettgruppe zahllose Auftritte in den Altenheimen und Seniorenresidenzen der Stadt absolvieren um dort die alten Herrschaften zu unterhalten. Lara fragte sich, ob das für die Alten wirklich so unterhaltsam war, wenn ein Haufen Kinder schief sang und durcheinandertanzte. Weiterlesen

Piraten brauchen keinen Schlaf

der_kleine_pirat-jpeg_editedEs war das erste Mal, dass der kleine Pirat mit den großen Piraten auf Kaperfahrt gehen durfte. Er war schon Tage vorher schrecklich aufgeregt. Doch hatte er sich gut vorbereitet: Er hatte lange geübt laut zu fluchen, möglichst weit auszuspucken, gewaschen hatte er sich schon seit Wochen nicht mehr und er kannte schon ein halbes Dutzend Piratenlieder auswendig. Bevor es schließlich an Bord ging, setzte er sich den schwarzen Piratenhut auf den Kopf, den ihm seine Oma zum letzten Geburtstag geschenkt hatte. Liebevoll hatte die alte Dame einen grauseligen Totenkopf und gekreuzte Knochen auf den dicken Filz gestickt. Noch einmal murmelte der kleine Pirat leise „Steuerbord – rechts, Backbord links, Steuerbord – rechts, Backbord – links“ vor sich hin. Dann schwang er sich seinen Seesack über die Schulter und ging zum Hafen. Weiterlesen

Der Trollstein

Ich weiß nicht, ob ihr schon einmal gehört habt, dass Trolle ausgesprochen wasserscheue Wesen sind. Dafür gibt es einen guten Grund, denn wenn ein Troll mit einer größeren Menge Wasser in Berührung kommt, erstarrt er kurzerhand zu Stein. Ihr solltet euch also nicht wundern, wenn rumpihr nach einem heftigen Regenschauer einen Waldspaziergang macht, euch für eine kleine Rast auf einen dicken Stein setzt und sich dieser plötzlich unter euch davon macht und ihr euch im Gras liegend wiederfindet. Ihr könnt euch vorstellen, dass so etwas für die Trolle sehr lästig ist. Ein kleiner Nieselregen ist noch nicht so schlimm, aber bei einem ordentlichen Herbstregen bleiben sie doch lieber in ihren Höhlen, zünden sich ein wärmendes Feuerchen an und erzählen Geschichten. Eine dieser Geschichten ist bei den kleinen neugierigen Trollkindern besonders beliebt, denn sie handelt von einem ebensolchen neugierigen kleinen Trollkind. Und diese Geschichte will ich euch nun erzählen, denn ich habe mir sagen lassen, dass auch Menschenkinder an trüben Regentagen gerne in ihren Häuserhöhlen bleiben und Geschichten hören. Weiterlesen