Drei Gruselgeschichten to Go

Happy Halloween! Ja, ich habe eine Schwäche für den Halloweenbrauch, der – wie ich mich belesen habe – ursprünglich aus dem katholischen Irland stammt. Und ich bin sicher, würde ich in den USA leben, unser Haus würde zu Halloween aussehen, wie die Häuser in den Halloweenfolgen amerikanischer Comedyserien. Da der Brauch hierzulande ja erst recht frisch in Mode gekommen ist, begnüge ich mich mit dezenten kleinen Gruseldiners, die ich für das große Kind und seine Freunde gebe. Und natürlich mit dem Erzählen von Gruselgeschichten, bevor es zum Trick or Treat geht. Denn Süßes oder Saures gibt es inzwischen sogar in unserer kleinen Oberpfälzer Gemeinde…

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen gruseligen Buchtipp geben – oder besser, einen Buchtipp für ein gruseliges Buch. Doch woran merkt man, dass man wirklich alt wird? Wenn Bücher, die man in seiner Kindheit und Jugend geliebt hat, nur noch antiquarisch erhältlich sind! Das gruselige Vorlesebuch, das unter anderem Klassiker wie Die Affenpfote und Bram Stokers Das Haus des Richters enthält, wird nicht mehr aufgelegt. Dabei schaudert es mich heute noch, wenn ich an diese Geschichten nur denke. Mein Plan B, das Leselöwen Gruselgeschichtenbuch, ist auch nur noch gebraucht zu erstehen. Aber zum Glück gibt es Plan C. Und der besteht in drei kurzen Gruselgeschichtenklassikern, die ich an dieser Stelle für Euch erzähle. Drei Gruselgeschichten to Go sozusagen. Für die Halloweenparty – oder einfach so…

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Das Silberbein

Ich habe mich schon als Kind gerne gegruselt und liebend gerne Geschichten gehört, die mir einen Schauer über den Rücken gejagt haben. Der beste (Grusel-)Geschichtenerzähler war mein Papa. Von ihm kenne ich die Lagerfeuerklassiker, aber er hat sich auch selbst spannende Geschichten ausgedacht. Einmal hat er bei einem Abendspaziergang eine Geschichte erzählt, die so gruselig war, dass meine Schwester sich vor lauter Spannung an unserer Mutter regelrecht festgekrallte. Und am Höhepunkt der Geschichte hat sie sich so erschrocken, dass sie unserer Mutter ein Loch in die Hose riss.

Herbst und Winter, besonders die Zeit um Halloween sind meiner Meinung nach die beste Gruselgeschichtenzeit. Darum habe ich heute einen Gruselgeschichtenklassiker für Euch, mit dessen Hilfe ich meinem Zehnjährigen schon einen ordentlichen Schreck eingejagt habe. Kleidungsstücke mussten dabei jedoch nicht dran glauben. Diese Geschichte wirkt am besten, wenn sie frei erzählt wird. Vor dem letzten Satz macht man am besten eine künstlerische Pause, um das ‚DAAAAAA‘ laut und plötzlich herauszurufen und den Zuhörern einen ordentlichen Schrecken einzujagen. Aber nun zur Geschichte:

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